Geschichte
2009
Der Zeitpunkt der Aufhebung der Milchkontingentierung hätte nicht ungünstiger fallen können. Die Milchproduktion in der Schweiz wurde viel stärker als erwartet ausgedehnt. Die Milchpreise auf den internationalen Märkten sind unter anderem auch aufgrund der Wirtschaftskrise deutlich eingebrochen. Der Verlust von Marktanteilen beim Emmentaler hat sich 2009 fortgesetzt. Wegen der prekären Mengensituation einigte sich die Branche, fünf Prozent der Schweizer Milchmenge zu Weltmarktpreisen abzuräumen. Bauerndemonstrationen in ganz Europa und Uneinigkeit unter den Akteuren in der Schweizer
Milchwirtschaft prägten das Bild im ersten Halbjahr. Diese Krise verunsicherte die Milchproduzenten
zutiefst. Ende Juni, mit der Gründung der Branchenorganisation Milch, kehrte etwas Ruhe auf dem Schweizer Milchmarkt ein.
Der Entscheid der ausserordentlichen Delegiertenversammlung ZMP vom Februar 2009 hatte personelle Abgänge in der Geschäftsleitung zur Folge. An der ordentlichen Versammlung im April wählten die Delegierten fast die Hälfte des Vorstands neu. Die Wende kam mit der Neuausrichtung der Strategie im Juli. An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung Ende Oktober erhielten das neue Mengenreglement und der neu eingeschlagene Weg der ZMP grosse Zustimmung. Die neue Strategieausrichtung führte zu einer Reorganisation der Geschäftsstelle und zum Einsatz einer Arbeitsgruppe, welche nun eine weitere Reorganisation ZMP prüft.
Mit der Strategie vermehrte Konzentration auf das eigene Unternehmen Emmi hat die ZMP die Basis gelegt, um ihren Mitgliedern langfristige Perspektiven für ihre Milchproduktion zu bieten. Dabei steht nicht nur die Mehrheitsbeteiligung am Aktienkapital der Emmi AG im Vordergrund, sondern auch eine sehr gute Partnerschaft in der gemeinsamen Milchvermarktung. Neu werden 80 Prozent der Molkereimilch an Emmi geliefert. Die ZMP bedient aber auch andere Kunden mit Milch. Auch hier sind uns Partnerschaft und Kundenzufriedenheit sehr wichtig. Die Milchvermarktung erfolgt marktorientiert. Der Milchpreis gestaltet sich am Markt und nicht (mehr) in einem politischen Gremium. Wir werden uns aber auch in der Interessenvertretung Milch für optimale agrarpolitische Rahmenbedingungen engagieren, damit unsere Milchproduzenten ein Einkommen erwirtschaften können, das mehr als nur zum Überleben reicht.
Es ist für eine Marktstabilisierung zwingend, dass die Instrumente der Branchenorganisation Milch (BO Milch) konsequent und verursachergerecht umgesetzt werden. Für das Mengenführungsmodell hat der Bundesrat die Allgemeinverbindlichkeit erteilt. Damit sind alle Akteure in der Milchwirtschaft verpflichtet, sich an die Vorgaben zu halten.
2008
Am 1. Januar 2008 trat das erste Verordnungspaket der Agrarpolitik 2011 in Kraft. Für die Milchwirtschaft besonders wichtig ist, dass die Verkäsungszulage und die silofreie Zulage beibehalten werden. Das 2. Verordnungspaket wurde anfangs 2008 in die Vernehmlassung geschickt. Darin ist vorgesehen, das Importregime für Butter und Käse zu ändern. Somit sollen ab 2009 die Nullzollkontingente versteigert werden. Der Milchkuhbeitrag soll von 200 auf 450 Franken erhöht werden.
Bei den WTO-Verhandlungen konnte erneut keine Einigung erzielt werden. Weiter hat der Bundes-rat nun definitiv entschieden, in die Verhandlungen mit der EU über eine vollständige Öffnung der Agrarmärkte einzusteigen.
Die Prognosen zum Milchmarkt stimmten die Akteure Anfang 2008 noch zuversichtlich. Auf den 1. Januar 2008 konnte eine Preiserhöhung umgesetzt werden. Die positive Entwicklung auf den nationalen und internationalen Milchmärkten kippte jedoch rasch in einen Negativ-Trend, der sich auf Jahresende weiter zuspitzte. Mit einem Milchstreik brachten die Milchproduzenten die Verhandlungsdelegationen Anfang Juni an einen Tisch und erreichten 6 Rp./kg Milch Preiserhöhung. Hätten sich die Milchpreise in Europa positiv entwickelt, wäre die Rechnung aufgegangen. In unseren Nachbarländern trat aber gerade das Gegenteil ein und die Preisschere zwischen Europa und der Schweiz präsentierte sich grösser denn je. Prekär wurde die Situation, als die verarbeitenden Unternehmen die ersten Verluste von Marktanteilen melden mussten, da sie zu den gegebenen hohen Preisen Produkte nicht mehr verkaufen konnten und gleichzeitig die Milchproduzenten ihre Milchproduktion steigerten.
Auch beim Käseexport waren massive Einbrüche zu verzeichnen. Neben Einschränkungsmilch aus den Käsereien wurde auch mehr Milch aufgrund der verteilten Mehrmengen eingeliefert. Gegen Ende Jahr zeichnete sich ein prekäres Mengenproblem ab. Trotz der Berg- und Talfahrt der Milchmärkte konnten die Milchproduzenten in der Zentralschweiz von der Mitgliedschaft ZMP profitieren. Sie erhielten im 2008 den höchsten ausbezahlten Milchpreis der Schweiz.
Die definitive Aufhebung der Milchkontingentierung auf den 1. Mai 2009 rückte immer näher. In der Branche konnte keine Einigung in Bezug auf eine nationale Mengenkoordination und Angebotsbündelung gefunden werden. Zu unterschiedlich waren Ausgangslage und Positionen der einzelnen Organisationen und Unternehmen.
2007
Im 2007 feierte die ZMP ihr 100-Jahr-Jubiläum. Die Aktivitäten und Veranstaltungen zum Jubiläum haben zur Bekanntheit und Imageverbesserung der ZMP in der Öffentlichkeit beigetragen.
Anfang Januar 2007 musste der Milchpreis ZMP aufgrund des Stützungsabbaus des Bundes und des Preisdrucks des Detailhandels gesenkt werden. Diese Preissenkung trübte zu Jahresbeginn die Jubiläumsstimmung der Mitglieder ZMP. Am 1. Juni 2007 trat die vom Bund beschlossene Käsemarktliberalisierung zwischen der Schweiz und EU in Kraft. Der Käseimport nahm folglich im 2007 um 12 Prozent zu, der Export konnte nur um 6,3 Prozent gesteigert werden. Der National- und Ständerat hat in seiner Schlussabstimmung zur Agrarpolitik 2011 im Juni 2007 den Milchmarktstützungsabbau verlangsamt. So wurde die Verkäsungszulage weniger stark abgebaut als vom Bundesrat beantragt (auf 15 statt auf 10 Rp./kg Milch) und die Zulage für silofreie Milch blieb erhalten (3 Rp./kg Milch). Damit waren die agrarpolitischen Forderungen der ZMP weitgehend erfüllt.
Ab September gab es eine Trendwende bei den Milchpreisen. Auf den 1. September 2007 kündigte die ZMP eine Milchpreiserhöhung an, eine weitere Erhöhung erfolgte im November. Im 2007 zahlte die ZMP ihren Milchlieferanten den höchsten Milchpreis in der Schweiz aus.
2006
Die ZMP ist am 1. Mai 2006 vorzeitig mit ihren Mitgliedern aus der Milchkontingentierung ausge-stiegen. Nur einige wenige Produzenten in der Zentralschweiz sind in der staatlichen Milchkontin-gentierung verblieben. Ab diesem Datum kauft die ZMP die Milch ihrer Mitglieder ein, nimmt den Milchtransport (Logistik) war und verkauft die Milch an die verarbeitenden Unternehmen in der Zentralschweiz. Der Start im Milchgeschäft war gelungen. Im 2006 konnte die ZMP ihren Milchlie-feranten den zweithöchsten Milchpreis in der Schweiz ausbezahlen.
Die Marktentwicklung im 2006 war grundsätzlich positiv, und der Käseexport konnte gesteigert werden. In der Agrarpolitik 2011 plant der Bundesrat, Diskussionen zu einem allfälligen Freihandelsabkommen mit der EU aufzunehmen. Die Vorlage des Bundesrates zur Agrarpolitik 2011 sieht einen drastischen Stützungsab-bau vor (Reduktion der Verkäsungszulage auf 10 Rp./kg Milch und Streichung der Siloverzichtszu-lage).
2005
Das vergangene Jahr brachte eine erfreuliche Marktentwicklung für Schweizer Milchprodukte. Dass der Käseabsatz als Motor des Milchmarktes bezeichnet werden kann, hat sich einmal mehr bestätigt. Während die Käseimporte stagnierten, konnten die Exporte um 2 % gesteigert werden.
Die ZMP hat mit der erfolgreichen Reorganisation die Weichen für eine Milchwirtschaft mit Zukunft richtig gestellt. Die Direktmitgliedschaft wurde mit 4'200 Mitgliedern oder 93 % der Zentralschweizer Milchproduzenten erfolgreich umgesetzt. Die Bedeutung einer nachhaltigen auf die Strategie ausgerichteten Organisationsstruktur wird vielerorts unterschätzt. Nur so ist zu erklären, dass gesamtschweizerisch 25 neue Organisationen entstanden sind, welche sich mit dem Ausstieg aus der Milchkontingentierung auseinandersetzen. In der Agrarpolitik (AP 2011) fehlt ein strategischer Ansatz als Basis für die umzusetzenden Massnahmen. Die Folge davon ist ein reiner Verteilkampf um die Direktzahlungen.
2004
Jahrzehnte war der Sitz der Zentralschweizer Milchproduzenten ZMP an der Habsburgerstrasse 12 in Luzern. Emmi brauchte mehr Büroraum und den ZMP fehlte die notwendige Infrastruktur, insbesondere Sitzungszimmer und Parkplätze. Am 16. Februar fand der Umzug an die Friedentalstrasse 43 statt. Der Bundesrat hat in der Agrarpolitik 2007 entschieden, die Milchkontingentierung per 1. Mai 2009 aufzuheben. Er hat die Möglichkeit eingeräumt, ab 1. Mai 2006 vorzeitig aussteigen zu können. Im Auftrag der Delegiertenversammlung ZMP startete der Vorstand im April das Projekt Milchmengenmanagement ZMP. Die Ziele waren, eine optimale Lösung für alle Milchproduzenten und Milchkäufer in der Zentralschweiz zu finden, das Angebot zu bündeln, um in Zukunft als starker und erfolgreicher Partner im Milchmarkt Schweiz auftreten zu können. Im Dezember 2004 haben die Delegierten ZMP das Modell der PO (Produzentenorganisation), das die Logistik/Milcheinkauf, Verkauf franko Rampe, und der vorzeitige Ausstieg per 1. Mai 2006 beinhaltet, entschieden. Der Vorstand setzte sich mit den Risiken, den Vor- und Nachteilen eines IPO Emmi fundiert auseinander und entschied am 5. Juli die Aktienkapitalerhöhung und damit den IPO Emmi. Die 10-fache Überzeichnung und die Kurse seit dem ersten Handelstag am 6. Dezember können als sehr erfolgreich angesehen werden. Die ZMP besitzen heute Emmi-Aktien im Wert von 25.05 Millionen Schweizer Franken oder einen Anteil von 58,22 Prozent. Im Schweizer und internationalen Milchmarkt ist Emmi für die ZMP eine grosse Chance. Nicht nur für unser Verbandsgebiet, das ein Milchimportgebiet ist, sondern auch für die Milchproduzenten in der ganzen Schweiz, die Emmi ihren Rohstoff liefern. Die ZMP haben mit ihrem Unternehmen eine grosse Verantwortung in der Schweizer Milchwirtschaft und werden auch zukünftig alles daran setzen für eine Milchwirtschaft mit Zukunft!
2003
Im 2002 konnte mit Selbsthilfemassnahmen, finanzieller Unterstützung des Bundes und Übernahmen der Produktionsbetriebe der Swiss Dairy Food AG der Schweizer Milchmarkt, und somit auch ein grosser Teil der Schweizer Milchproduktion, vor einem "Grounding" aufgefangen werden. Im 2003 traf es dann die gewerblichen Emmentaler-Käsereien in der ganzen Schweiz. Die Überkapazitäten und die Mengenproblematik beim Emmentaler führten zwangsweise zu einer Strukturbereinigung. Es schlossen alleine in der Zentralschweiz 23 Emmentaler-Käsereien ihre Tore. Die Agrarpolitik 2002 hatte sich im Rahmen der bilateralen Verträge bereits schon auf offenere Grenzen und den zunehmend freien Markt ausgerichtet. Die Agrarpolitik 2007, mit der Aufhebung der Milchkontingentierung im 2009, geht noch einen Schritt weiter in Richtung Liberalisierung und freie Marktwirtschaft. Als Hauptaktionär des führenden Milchverarbeitungsunternehmens der Schweiz haben die ZMP nicht nur eine Verantwortung gegenüber ihren Milchproduzenten, sondern auch in der Volkswirtschaft und auf dem Markt. Das zukunftsorientierte und innovative Unternehmen Emmi ist eine Chance für die Milchproduzenten in der Zentralschweiz und mittlerweile auch für die Milchproduzenten in der ganzen Schweiz. In einer Milchwirtschaft mit Zukunft braucht es marktorientierte und innovative milchverarbeitende Unternehmen und unternehmerische Milchproduzenten, deren Interessen von einem zukunftsorientierten Verband gebündelt und somit gestärkt und breit abgestützt vertreten werden können.
2002
Auf den 1. Juni 2002 wurden die bilateralen Verträge in Kraft gesetzt. Mit diesem Schritt wird der Käsemarkt zwischen der EU und der Schweiz in den nächsten Jahren liberalisiert. Die Einkommen der Milchproduzenten fallen im 2002 auf ein katastrophales Niveau. Die allgemeine Konjunkturflaute auf den Weltmärkten und die Krise auf dem Milchmarkt führen zu echten Einbrüchen am Markt, was massive Produktionseinschränkungen zur Folge hat. Da die Milch nicht mehr verkäst werden kann, kommen grosse Mengen sogenannte Einschränkungsmilch auf den Markt. Die im Rahmen der Milchkontingentierung vom Bundesrat beschlossene Erhöhung der Gesamtmilchkontingente verschärft das Mengenproblem weiter. Der Zusammenbruch des grössten Molkereiunternehmens der Schweiz, der Swiss Dairy Food AG (SDF), zeigt auf, wie gross die Krise in der Schweizer Milchwirtschaft wirklich ist. Nur noch Selbsthilfemassnahmen der Milchproduzenten und zusätzlich finanzielle Mittel des Bundes verhindern ein "Grounding" der Schweizer Milchwirtschaft. Auf den 1. November 2002 müssen die Milchproduzenten auf der gesamten Milch noch zusätzlich einen Preisabschlag hinnehmen. Mit der Übernahme des Käsegeschäftes und des Molkereimilchbereichs der SDF avanciert Emmi mit einem Schlag zum grössten Molkereiunternehmen der Schweiz. Als Hauptaktionär sind sich die ZMP dieser Verantwortung bewusst, die sie nun für die Schweizer Milchwirtschaft und vor allem für die Milchproduzenten haben. Die ZMP engagieren sich für eine Milchwirtschaft mit Zukunft!
2001
Die ZMP sind als Hauptaktionär der Emmi AG im Besitz von rund 80 Prozent des Aktienkapitals (25 Millionen Schweizer Franken). Die ZMP haben sich an der von Emmi aufgelegten Wandelanleihe massgeblich beteiligt und somit klar dokumentiert, der Mehrheitsaktionär von Emmi zu bleiben. Schreckensnachrichten aus England - Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS). Die Schweiz bleibt verschont, aber aus Sicherheitsgründen findet die Zentralschweizer Publikumsmesse, LUGA, zum ersten Mal in der Geschichte ohne Kühe statt. In der schweizerischen Agrarpolitik engagieren sich die ZMP in der Diskussion um die Zukunft der Milchkontingentierung klar dafür, dass es nach einem Ausstieg ein Mengenmanagement braucht. Zum ersten Mal seit Einführung der Milchkontingentierung erhöht der Bundesrat die Milchkontingentsmenge.
2000
Der Bundesrat entscheidet, noch keine Kontingentserhöhung vorzunehmen und lässt den Zielpreis trotz Interventionen der grossen Milchverarbeitungsunternehmen auf 77 Rappen.
1999
Die Agrarpolitik 2002 tritt in Kraft (der Milchteil ab 1. Mai 1999). Somit ist der Start der neuen Milchmarktordnung vollzogen. Der Bund diskutiert mit der EU die bilateralen Verträge. Mit der neuen Milchmarktordnung wird auch der Kontingentshandel eingeführt. Der Milchpreis wird vom Bundesrat nur noch als Zielpreis definiert und beträgt 77 Rappen. Der Zentralschweizerische Milchverband passt seine Statuten den neuen Gegebenheiten an und nimmt in Anlehnung an den Dachverband die Namensänderung in Zentralschweizer Milchproduzenten ZMP vor.
1998
Das neue Landwirtschaftsgesetz wird in Kraft gesetzt. Im Hinblick auf die neue Milchmarktordnung in der Agrarpolitik 2002 kommt es in der Zentralschweiz zu Zusammenschlüssen von Genossenschaften. Der Dachverband ZVSM reorganisiert sich und wird in Schweizer Milchproduzenten SMP umbenannt. Auch der Zentralschweizerische Milchverband organisiert sich neu; die personelle Trennung von Verband und Unternehmen (Emmi Gruppe) wird vorgenommen. Die VKMB-Denner-Initiative wird mit grosser Mehrheit vom Schweizer Volk abgelehnt.
1997
Die Agrarpolitik 2002 nimmt erste Formen an und bedeutet einen massiven Wandel für die Land- und Milchwirtschaft der Schweiz. Die Milchwirtschaftliche Interessensvertretung und Organisationsstruktur (MIOS 2002) wird vom Dachverband ZVSM ins Leben gerufen, um die Anpassungen in der Agrarpolitik 2002 abfedern zu können. Die neue Käsemarktordnung sieht die Auflösung der Schweizerischen Käseunion AG vor. In der Käsewirtschaft werden die Sortenorganisationen ins Leben gerufen (Emmentaler, Sbrinz, weitere)
1995 - 1996
Grosse Unruhe in der Käsewirtschaft; der Bundesrat kürzt das Budget für die Käse und die Butterverwertung; die Agrarpolitik erhält einen Rückschlag, als am 12. März vom Volk alle drei Landwirtschaftsvorlagen abgelehnt werden (Änderungen Milchwirtschaftsbeschluss und Landwirtschaftsgesetz und neuer Landwirtschaftsartikel)
1996 Organisationsänderung Emmi Gruppe, der Zentralschweizerische Milchverband fasst seine kommerziellen Beteiligungen im Wert von 20,6 Millionen Franken in der Emmi AG zusammen, welche neu Holdinggesellschaft wird. Der Bundesrat setzt die 1995 beschlossene Milchpreissenkung um. Veröffentlichung der Botschaft zur Agrarpolitik 2002.
1994
Der Bund diskutiert die neue Milchmarktpolitik und die Ziele der Agrarpolitik.
1993
Gründung der Emmi AG; eine Konzernstruktur mit Spartengesellschaften.
1979 - 1992
Einführung der Milchkontingentierung: die Nutzfläche wird in die Berechnung des Kontingentes einbezogen ab 1990 Ausbau der Lizenzverträge mit ausländischen Milchunternehmen.
1976 - 1978
Aufnahme der Produktion von Mozzarella in der ehemaligen Weichkäserei Neuhüsern
1972 - 1975
Der Bundesrat genehmigt 1972 den MKBD (Milchwirtschaftlicher Kontroll- und Beratungsdienst), den heutigen MIBD (Milchwirtschaftlicher Inspektions- und Beratungsdienst).
Fussfassung in Saudiarabien, Hongkong und Singapur mit Export von lang haltbarem, patentiertem Fruchtjogurt und Dosenmilch in Saudiarabien für das Schulmilchprogramm.
1969 - 1971
Da die Importe steigen und daduch auch die Milchmenge im Inland wieder anschwellt, wird die Basismilchmenge landesweit eingeschränkt.
1966 - 1968
Verlegung der Jogurtfabrikation von Neuhüsern nach Hasli in die neue Molkerei namens Milchhof Emmen gleich neben der Milchregulierstelle.
1964 - 1965
Erster Jogurtexport nach Deutschland.
1960 - 1963
Im Jahre 1960 wurde die neue Milchpulverfabrik Dagmersellen in Betrieb genommen.
1954 - 1959
Start der Jogurtproduktion in Neuhüsern im Jahre 1954. In den sechziger und siebziger Jahren fand ein rascher Wandel des Konsumentenverhaltens statt. Der Konsum der Rohmilch ging drastisch zurück, ein reiches Angebot an ausländischen Produkten weckten Wünsche und gesteigerte Ansprüche der Konsumentinnen und Konsumenten. Der Trend zu pasteurisierten Milch setzte ein, steigende Verkaufszahlen von Jogurt und Rahm.
1950 - 1953
Einführung des neuen Landwirtschaftsgesetzes im Jahre 1952.
1946 - 1949
Käseexporte werden erhöht. Im Jahr 1947 ist die Geburtsstunde der Marke Emmi.
1939 - 1945
Während des 2. Weltkrieges werden die Produkte der Landwirtschaft vom Bund ins Korsett der Preiskontrolle gesteckt; die Preiskontrollstelle hält die Milchpreise durch Bundeszuschüsse künstlich tief.
Für die Versorgung der Bevölkerung wird 1944 eine alte Sennhütte in Hasli-Emmen zur Milchregulierstelle umgebaut. 1945 wird der Käsereibetrieb Neuhüsern-Emmen zur Fabrikation von Weichkäsen ausgebaut. Erster Käseexport.
1922 - 1938
Ein Überangebot an Milch führt zu massiven Preisstürzen; ohne die Unterstützung des Milchverbandes würde die Land- und Milchwirtschaft in der Zentralschweiz komplett zusammenbrechen.
1917 - 1921
Während des 1. Weltkrieges sehen sich die Behören zur Erfassung der Butterproduktion gezwungen und verpflichten die Milchverbände zur Rationierung von Butter und Käse; so gründet der Milchverband die Butterzentrale Luzern; in diesen Kriegsjahren wird auch die Schweizerische Käseunion AG gegründet.
1907 - 1916
Am 9. Februar 1907, Gründung des Zentralschweizerischen Milchverbandes (62 Genossenschaften; 1'768 Mitglieder; 15'310 Kühe), zur gleichen Zeit gründen die Milchverbände zusammen den Dachverband ZVSM (Zentralverband Schweizerischer Milchproduzenten). In den darauf folgenden Jahren wurden auch in anderen Gebieten der Schweiz ähnliche Organisationen gegründet.
