Zellzahl

Allgemein

 

Die Anzahl Zellen in der Milch wird bestimmt, um indirekt den Grad einer Entzündung im Euter festzustellen. Durch die Entzündung verändert sich die Zusammensetzung der Milch. Dies führt zu Problemen bei der Verarbeitung und zu einer geringeren Ausbeute bei der Käseherstellung. Zudem sinkt die Leistung der betroffenen Kühe.

 

Milch enthält normalerweise weniger als 100‘000 Zellen pro Milliliter. Die Zellen bestehen aus weissen Blutkörperchen unterschiedlicher Art und Drüsenzellen aus dem Eutergewebe. Gegen Ende der Laktation werden vermehrt Drüsenzellen abgestossen, eine leichtgradige, gleichmässig über die Viertel verteilte Erhöhung der Zellzahl ist zu diesem Zeitpunkt normal. Die Anzahl weisser Blutkörperchen steigt bei einer Entzündung des Euters an. Diese entsteht bei der Infektion mit Erregern (meistens Bakterien) oder bei einer mechanischen oder chemischen Reizung des Euter- und Zitzengewebes (Haltungs-, Melk- oder Melktechnikfehler). Ebenso kann sich die Zellzahl in Stresssituationen (Hitze, Fliegenplage, Fütterungsfehler usw.) oder bei hormonellen Veränderungen (Brunst, Eierstockzysten usw.) erhöhen. Häufig sind verschiedene Faktoren beteiligt.

 

  

Kontrolle

 

Wichtig für eine gute Eutergesundheit ist die regelmässige Kontrolle. Die Verordnung über die Hygiene bei der Milchproduktion (VHyMp) schreibt eine monatliche Kontrolle und Aufzeichnung vor. Diese kann durch den Schalmtest geschehen oder durch direkte Zellzahlbestimmung in der Milch (Zuchtverbände, Zellzahlmessgerät).

 

 

Kennzahlen für eine gute Eutergesundheit

 

  • Tankmilch: unter 150‘000 Zellen pro ml 
  • Anteil der Tiere mit mehr als 150‘000 Zellen: weniger als 20 %
  • Anzahl klinische (erkennbare) Viertel: unter 20 % der Tiere pro Jahr
  • Abgänge wegen der Eutergesundheit: unter 7 % aller Kühe pro Jahr

 

 

Weichen die Kennzahlen auf Ihren Betrieb von diesen Kennzahlen ab, sollte die Situation genauer abgeklärt werden:

 

  • Analyse der vorhandenen Daten (Zellzahlen, Milchinhaltsstoffe, Herdengesundheit usw.)
  • Bakteriologische Milchuntersuchungen
  • Kontrolle der Melkarbeit, -hygiene und -technik
  • Kontrolle der Aufstallung, Stallklima (Galtkühe nicht vergessen)
  • Kontrolle der Fütterung inklusive Wasserversorgung
  • Weitere Stressfaktoren: Vibration, Lärm, elektrische Ströme
  • Viehzukauf