17.01.2018

Veterinärdienst des Kantons Luzern beschlagnahmte Rinder (Fall Ufhusen)

Am 19. Dezember 2017 hat der zuständige Veterinärdienst in Ufhusen im Kanton Luzern 31 Tiere der Rindergattung, also Kälber, Kühe und Stiere beschlagnahmt! Der Tierhalter ist Milchlieferant der ZMP. Die ZMP hat sofort Massnahmen eingeleitet!

 

Aus den Medien haben wir vor Weihnachten erfahren, um welchen Hof respektive Tierbesitzer es geht. Dieser ist Milchlieferant und Mitglied von uns. Am 17. Januar 2018 hat das Veterinäramt die Öffentlichkeit erneut informiert. Einige der beschlagnahmten Tiere mussten geschlachtet werden, die anderen sind immer noch in Obhut des Veterinäramts und werden gepflegt. Mehr Informationen finden Sie auf der Website Kanton Luzern (Link).

Welche Massnahmen hat die ZMP eingeleitet?
Wir haben nach Bekanntwerden des Falls sofort Massnahmen eingeleitet, weil wir wissen wollten, wie es um das Wohl der Kühe steht, deren Milch wir abholen. Die Einhaltung des Tierschutzgesetzes und das Tierwohl sind für uns zentral. Mit dem kantonalen Veterinäramt haben wir Kontakt aufgenommen. Dieses durfte aber aus Datenschutzgründen Dritte nicht informieren. So haben wir einen vorübergehenden Milchlieferstopp verfügt und unseren Melkberater auf einen Kontrollgang vor Ort geschickt. Unser Melkberater hat festgestellt, dass die Kühe, welche noch vor Ort sind, wohlauf sind und die Tierschutzvorschriften eingehalten sind. Von der Milch im Tank wurden Proben genommen, welche im Labor untersucht wurden, um sicherzustellen, dass auch die Milchqualität unseren Anforderungen entspricht. Die Tests haben ergeben, dass sowohl Gefrierpunkt, Keim- und Zellzahlen keinen Anlass zu Beanstandung gaben. Die ZMP holt die Milch wieder ab, denn die Tiere müssen gemolken werden, dafür braucht es leere Tanks. Damit können wir auch sicherstellen, dass die Milch vorerst nicht mehr in den Verkauf (in die Lebensmittelindustrie) kommt. Da die Milch hygienisch einwandfrei ist, wird sie aktuell in die Tierfütterung geliefert.

 

Zudem haben wir eine unabhängige Kontrollstelle beauftragt, mit ihr den Fall analysiert und Massnahmen eingeleitet. Auch mit dem kantonalen Veterinäramt laufen inzwischen Gespräche zur Koordinierung und Kontrolle der eingeleiteten Massnahmen. Unser Ziel ist, gemeinsam mit den Kontrollstellen und dem Tierhalter eine langfristige Lösung zum Wohl und zur Gesundheit der Tiere anzustreben. Aktuell ist das Tierwohl auf dem Betrieb wieder sichergestellt. Im laufenden Prozess erwarten wir vom betroffenen Milchlieferanten vollumfängliche Kooperation.

Zudem ist es uns schon länger ein Anliegen, dass wir bei Tierwohlverstössen, welche das Veterinäramt feststellt, zumindest sofort eine Information erhalten, wenn es sich um einen Betrieb handelt, bei dem wir Milch abholen. Dahingehend wurden schon Gespräche geführt. Aufgrund des geltenden Datenschutzgesetzes ist eine mit dem Gesetz vereinbare Lösung nicht so rasch in Sicht. Grundsätzlich sollte hier in der ganzen Schweiz eine Lösung angestrebt werden.