19.12.2017

Lasst euch die Butter schmecken!

Eine Megastudie kippt die gängigen Diätempfehlungen. Gesättigte Fette verlängern das Leben!

 

Jahrzehntelang haben die Ernährungsleitlinien sich darauf fokussiert, die Fettaufnahmen zu verringern, um Patienten vor Herz und Gefässschäden zu schützen. Wer sich eine dicke Schicht Butter respektive "Anke" aufs Brot strich, musste mit der Ermahnung rechnen, dass das doch nicht gesund sei. Doch nun mischt die PURE-Studie (Prospective Urban-Rural Epidemiology) die gängigen Ernährungs-Empfehlungen auf. Die Pure-Studie basiert auf den Daten von mehr als 135'000 Personen zwischen 35 und 70 Jahren aus 18 Ländern mit sehr unterschiedlichen Einkommen – von Kanada bis Simbabwe.

 

Weniger Kohlenhydrate, mehr Fett

Die Erkenntnisse unterstützen die momentan gültigen Richtlinien, die eine Reduzierung des Fettanteils empfehlen, nicht. Gemäss den Autoren der PURE-Studie ist es unwahrscheinlich, dass eine Beschränkung des allgemeinen Fettkonsums die Gesundheit der Bevölkerung verbessert.

 

Die Studie brachte Erstaunliches zu Tage: Wer 68 Prozent oder mehr seines Gesamtenergiebedarfs durch Kohlenhydrate abdeckt, dessen Sterberisiko erhöht sich um 28 Prozent.

 

Wer hingegen 35 Prozent seines Gesamtenergiebedarfs durch Fett abdeckt, dessen Sterberisiko ist um 23 Prozent tiefer als bei Menschen mit niedrigem Fettkonsum.

 

Obst und Gemüse bleiben gesund

In  einem anderen Punkt bestätigen die Ergebnisse von PURE jedoch die bestehenden Ernährungsempfehlungen. Der Konsum von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte ist wichtig und bleibt gesund. Das rohe Gemüse schnitt besser ab als gekochtes. Den stärksten lebensverlängernden Effekt bewirkt eine Tagesdosis von drei bis vier Portionen (zirka 375 bis 500 g).