14.12.2017

Milchbranche gegenüber Gesamtschau Bundesrat offener

Am 1. November 2017 hat der Bundesrat seine Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2022 der Öffentlichkeit vorgestellt. Wo steht die ZMP?

 

In seiner Gesamtschau zur Agrarpolitik 2022+ hat der Bundesrat neben vielen anderen Punkten die Absicht kommuniziert, den Schweizer Grenzschutz zu lockern, auch allenfalls mittels neuen Freihandelsabkommen. Seitdem positionieren sich Verbände und Organisationen in der Schweiz pro und kontra. Im Fokus der Diskussion steht das Thema Freihandelsabkommen.

 

Weshalb die Milchbranche möglichen Liberalisierungsschritten offener gegenüber steht, liegt in der Geschichte der Schweizer Milchwirtschaft. Milchprodukte, vor allem Käse, wurden schon zu Säumers Zeiten im Tausch gegen Wein exportiert. Auch heute noch ist der Käseexport für die Schweizer Milchwirtschaft von zentraler Bedeutung. Seit 2007 besteht im Käsebereich Freihandel zwischen der Schweiz und der EU.

 

In der mittel- bis langristigen Marktanalyse geht die ZMP davon aus, dass der Schweizer Grenzschutz kontinuierlich abgebaut wird. Wichtig für die ZMP ist, dass bei einem solchen Abbau entsprechende kurz- und langfristige Begleitmassnahmen entschieden werden, damit der Druck auf die Schweizer Landwirtschaft kontrollierbar bleibt.

 

Das Ziel muss sein, dass unsere Bauernbetriebe auch künftig Lebensmittel für die Bevölkerung produzieren, ohne dass wir unseren hohen Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitsstandard einbüssen. Aber auch eine standortgerechte und Ressourcen (Umwelt) schonende Produktion muss nach wie vor möglich sein. Zudem, so sind wir überzeugt, müssen wir unseren Vorsprung in Bezug auf unsere hohen Schweizer Tierschutzstandards weiterhin halten können. Mit dieser Qualitäts-/Mehrwertstrategie haben wir auf den Märkten eine Chance. So produzierte Lebensmittel haben einen Mehrwert, für die Menschen, welche die Lebensmittel konsumieren, für die Nutztiere und die Umwelt. Und, unsere Bäuerinnen und Bauern müssen ein Einkommen erwirtschaften können, dass mehr als nur zum Überleben reicht.

 

Die ZMP positioniert sich weder kontra noch pro. Wenn erste Fakten auf dem Tisch liegen, wie ein solcher Abbau des Grenzschutzes oder ein allfälliges Freihandelsabkommen aussehen könnte, werden wir uns positionieren. Auf jeden Fall werden wir in unserer Position die Ziele der Qualitäts-/Mehrwertstrategie im Auge behalten!