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Reduktaseprobe

 
 
 

Die Reduktaseprobe dient zur Prüfung der bakteriologischen Beschaffenheit und der Haltbarkeit der Milch. Sie ist ein Mass für die Aktivität der Bakterienflora, die bei der Käseherstellung unerwünscht ist. Nicht nur die Anzahl der anfänglich in der eingelieferten Milch vorhandenen Bakterien (Keimzahl) ist somit massgebend, sondern auch deren Wachstumsvermögen. Das erklärt, warum die Keimzahl tief sein kann trotz Problemen mit der Reduktaseprobe.

 

Prinzip

Es werden zwei verschiedene Methoden angewendet, die unbebrütete und die vorbebrütete Reduktase.

 

Unbebrütete Reduktase

40 ml Milch werden auf 38°C aufgewärmt, mit 1 ml Standard-Methylenblau versetzt und bei 38°C bebrütet. Anschliessend wir die Zeit bis zur Entfärbung gemessen. Diese Methode erfasst vor allem thermophile (wärmeliebende) Milchsäurebakterien, coliforme Keime, Staphylokokken, Streptokokken und Mikrokokken.

 
 

Links

 

 

 

 

 
 
 

Vorbebrütete Reduktase

40 ml Milch werden auf 32°C aufgewärmt und anschliessend 11 Stunden bei dieser Temperatur bebrütet. Anschliessend werden die Proben auf 38°C aufgewärmt, mit 1 ml Methylenblau versetzt und bei dieser Temperatur weiterbebrütet und die Zeit bis zur Entfärbung gemessen. Mit dieser Probe werden insbesondere mesophile Bakterien, Mikrokokken, Staphylokokken und coliforme Bakterien erfasst.

 

Bei beiden Methoden bauen die in der Milch vorhandenen Bakterien den Farbstoff Methylenblau ab. Dies geschieht umso schneller, je mehr stoffwechselaktive Bakterien in der Milch vorhanden sind. Je länger die Entfärbungszeit, desto besser ist die Milchqualität.

 

 

 
 

Mindestanforderungen

 

Unbebrütete Reduktase  Die Entfärbungszeit soll mindestens 6 Stunden betragen.
Vorbebrütete Reduktase  Die Entfärbungszeit darf 15 Minuten nicht unterschreiten, viele Verarbeiter verlangen eine Entfärbungszeit von mindestens 30 Minuten.   

 

    

Was ist zu tun bei Problemen mit der Reduktaseprobe?

  • Stall- und Tierhygiene mangelhaft
  1. Unsaubere Läger, Krippen, Tränken, poröse Gummimatten
  2. Schmutzige Kühe
  3. Milch auf den Lägern
  • Einzelne Tiere können Probleme verursachen, vor allem
  1. Kühe, die Milch laufen lassen
  2. Altmelke Tiere
  3. Zitzen mit Astlöchern oder Warzen
 


Frühblähung

 


Käse mit Gläss

 
 
  • Melkhygiene mangelhaft
  1. Vormelkbecher benutzen
  2. Sorgfältige Zitzenreinigung (Einwegmaterial  verwenden)
  3. Hände des Melkers, auch Gerätschaften beachten, die während dem Melken berührt werden
  4. Saubere Kleidung
  • Ungenügende Reinigung und Entkeimung der Melkanlage und des Melkgeschirrs
  1. Wassermenge, -temperatur, Reinigungsmittelkonzentration, Reinigungsdauer und Turbulenzen überprüfen
  2. Melkgeschirr trocken und sauber lagern
  3. Milchstein (Melkgeschirr/Tank in trockenem Zustand kontrollieren)
  4. Vakuumleitungen, -hahnen oder –schläuche kontrollieren, Blindstücke beachten
  5. Gummiteile und Dichtungen auf Risse oder raue Oberfläche kontrollieren
  6. Nicht mit Kaltwasserschläuchen oder im Brunnentrog nachspülen
  • Milchkühlung kontrollieren
  1. Endtemperatur überprüfen
  2. Die Milch sollte möglichst schnell abgekühlt werden
  3. Die Milch muss während der Kühlung umgerührt werden

Falls die Ursache nicht gefunden werden kann, kann eine Stufenprobe gemacht werden.